24 Interviews, vier Performer*innen, Popsongs und re-inszenierte Musikvideos bringen queere Geschichte(n) auf die Bühne – eine Performance, die queere Lebensrealitäten ins Zentrum rückt und politische Errungenschaften verschiedener Generationen feiert.
Uraufführung
Sa 14. bis Mo 16. und Mi 18. bis Fr 20. Februar 2026
WUK performing arts, Währinger Straße 59, 1090 Wien
© Igor Ripak
Wie prägen gesellschaftliche Normen unser Verständnis von Liebe, Geschlecht und Identität? Welche Kämpfe wurden gewonnen, welche übersehen, welche flammen neu – welche erneut auf? Welche Bilder prägen uns und wie formen Unsichtbarkeiten und Lücken unsere kollektive Erinnerung?
Zwischen Dokumentation und Popkultur feiert die Theaterperformance die Vielfalt queeren Lebens. Mündlich überlieferte Erinnerungen werden zu einem Strom erzählter Erfahrungen, der nicht ordnet oder abschließt, sondern seine Brüche, Widersprüche und Unschärfen behält, immer fragmentarisch und zwangsläufig unvollständig. Die dokumentarischen Textflächen verschmelzen mit hyperinszenierten Popbildern. Queer ikonische Musikvideos werden neu interpretiert. In filmischen Sequenzen werden so etwa heteronormative Schmachtfetzen in polyamore Liebesgeschichten verwandelt, in denen Melissa Etheridge auf Chappel Roan trifft.
They walked so we could run. Und ja, also, dass meine Eltern zum Beispiel irgendwie so chillig darüber sind, dass ich queer bin. Das haben ja die Queers in ihrer Generation, haben sich das ja mühevoll erarbeitet. Und ja, ich finde, das vergisst man halt oft.
21 Jahre, sie/ihr
„Love Me Tender, Love Me Queer“ ist eine Theaterperformance über die Möglichkeiten und Unmöglickeiten zu lieben – entwickelt aus Interviews mit in Wien lebenden queeren Personen im Alter von 21 bis 84 Jahren.
© Patrick Topitschnig
Im Interview mit dem WUK Magazin geben Marie-Christin Rissinger, Inszenierung, und Persson Perry Baumgartinger, Dramaturgie, Einblicke in den Entstehungsprozess von Love Me Tender, Love Me Queer: von der intensiven Auseinandersetzung mit persönlichen Geschichten über die Verantwortung beim Umgang mit den Interviews bis hin zu den Potenzialen generationenübergreifender Dialoge.
Wohltuend und aufrichtig. In „Love Me Tender, Love Me Queer“ mischen sich persönliche Geschichten, popkulturelle Referenzen und die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Stereotypen zu lebhaften Erzählungen über queeres Leben. mosaik war bei der Premiere im WUK.
Die Performance zeigt: Queere Geschichte ist kein lineares Fortschrittsnarrativ, sondern ein andauernder Aushandlungsprozess. Und vielleicht liegt genau darin ihre Kraft: in der Offenheit, in den Brüchen, im gemeinsamen Sprechen. Ein Abend, der überwiegend überzeugt – weil er zuhört, auch wenn er erzählt.
Credits
Künstlerische Entwicklung und Performance:
Nora Jacobs, Frederik Marroquín, Lara Sienczak, Florian Tröbinger
Konzept, Interviews, Textfassung und Inszenierung: Marie-Christin Rissinger
Konzept, Textfassung, Bühne und Kostüm: Johann Brigitte Schima
Textfassung, Kamera und Videogestaltung: Rajarshi Sarkar
Musik und Tonaufnahmen: Elise Yuki Mory
Textfassung und Dramaturgie: Persson Perry Baumgartinger
Kommunikation, PR und Social Media: Ulli Koch
Produktionsleitung und Licht Video: Felix Reutzel
Künstlerische Mitarbeit und Choreographie: Lena Neuburger
Ausstattungsassistenz: Nargis Kurtkaya, Hannah Thiele
Chorarbeit: Lara Sienczak
Video-Performance: Ema Benčíková, Kati Gellert, Bridge Markland, Ariel Uziga, Rebekah Wild
Kostümassistenz Video: Kati Gellert
Make-up Video: Bella Lepique
Videotechnik und Mapping: Julian Vogel
Lichttechnik: Leo Kuratie
Tontechnik: Clemens Müller, Adam Kargl
Fotos: Igor Ripak
Trailer und Mitschnitt: Patrick Topitschnig
Musik Trailer: pop:sch: shave (Las Vegas Records, 2011)
Danke an unsere Interviewpartner*innen:
Angie, Anna Planner, Benni Kuntner, Bex M., Birgit Meinhard-Schiebel, DRU, Hanna Oldofredi, Isabella, Jannik, Jekaterina J.,Katarzyna Bartnik, Katharina Kummer, Klara, Milena, Pascale Steinwendner, Ralf, Saoirse, Sino und all jene, die lieber anonym bleiben wollten.
Danke an:
Elke Rauth & Christoph Laimer (dérive - Verein für Stadtforschung), ImPulsTanz | Thomas Ritter, Felix Huber, Conny Kilga | toxic dreams, Sophie Schmeiser | mollusca productions, Frida Robles, Claudia Tondl, Vrishali Purandare, Stephan Hellweg, Werner Thenmayer, Mona Prochaska, pop:sch
Eine Koproduktion von Olympionik*innen und WUK performing arts.
Gefördert von der Kulturabteilung der Stadt Wien (MA 7) und dem Bundesministerium für Wohnen, Kunst und Kultur, Medien und Sport (BMWKMS).
© Rajarshi Sarkar
Hinweise
Dauer: ca. 85 Minuten
In deutscher Lautsprache mit einzelnen Sätzen in englischer Lautsprache.
Es wird Theaternebel eingesetzt.
Es wird laute Musik eingesetzt.
Es wird Stroboskoplicht eingesetzt.
Das Stück basiert auf realen Lebenserfahrungen von queeren Personen, darunter fallen u.a. auch Erlebnisse von Ausgrenzung oder diskriminierender Sprache.
